Der eigene Online-Shop

Der Start in den Internethandel verlangt eine sorgsame Kalkulation. Der Glaube, es würde ausreichen einen Internetshop zu kaufen oder mieten und man müsse dann nur noch Produkte einstellen, hat schon manch einem Betreiber das Leben ausgehaucht. Faktoren wie Online-Marketing, Kundenbetreuung, Rechtssituation und innerbetriebliche Situation sind genauso einzubeziehen, wie die zugrunde liegende Logistik. Nur wer allen Faktoren gerecht wird, dem verspricht ein Shopsystem den dazugehörigen Erfolg. Einsteiger, die bereits zu Beginn der Planung, die Weichen falsch stellen, riskieren den Verlust Ihrer Investitionen.

Kosten für das Shopsystem

Um einen Shop ins Netz zu bringen, sollten Einsteiger mindestens 1000-5000 Euro kalkulieren. Warum ist das so teuer, wenn ich doch bei XY die 9,90 Euro Variante bekommen kann? Zu einem Shopsystem gehört nicht nur die Software, Sie benötigen in der Regel Anpassungen an ihr eigenes Design, die Grundeinrichtung mit Versandkosten und Zahlsystemen muss vorgenommen werden und das System muss dann noch bei einem Hoster auf den Server kommen. Diese Einzelschritte werden oft vergessen, bzw. von Shopanbietern oft unterschlagen, denn wenn Sie erst einmal im Boot sitzen, werden Sie so schnell nicht mehr umsteigen.

Ist ja alles so schön bunt hier – welches Shopsystem ist das Richtige für mich?

In den letzten Jahren haben Unmengen an Shopsystemen den Markt erobert. Von der Low Cost Variante für Bastler bis hin zur kompletten Umgebung mit Wawi ist alles zu haben. Aber wo liegen jetzt die Unterschiede für die eigene Kalkulation? In der Regel sind Open Source Systeme qualitativ gleichwertig, teils sogar hochwertiger als käufliche proprietäre Systeme. Unter Umständen sparen Sie bei der Open Source Lösung die Lizenzkosten, müssen aber erhöhte Kosten für die Individualisierung des Shops in Kauf nehmen. Eine endgültige Wahrheit gibt es nicht, aber man kann feststellen, dass Open Source Shops langfristig flexibler sind, da sie vollen Zugriff auf das System haben. Bei der Open Source Lösung entstehen, wie auch bei einer lizenzierten Lösung, Kosten für die Installation und die Einrichtung des Backenends, sowie Kosten für die individuelle Anpassung der Benutzerseite, dem Frontend. Ein kleiner Einstieg ist mit ca. 1000-2000 Euro zu veranschlagen, nach oben gibt es in der Regel kaum Grenzen. So kann eine Kompletteinrichtung mit CMS und Anbindung an die eigenen Systeme schnell mal über die 10.000 Euro Marke klettern. Für den ambitionierten Kleinunternehmer kommen natürlich auch Mietshops in Frage. Die Einsteigerpreise beginnen bei 9,90 Euro pro Monat. Spätestens ab 60 Euro monatlich wird dann rechnerisch ein eigener Shop interessant. Zuletzt gibt es natürlich noch die Möglichkeit einer individuellen Entwicklung. Erfahrungsgemäß beginnen die Preise bei seriösen Anbietern bei ca. 3000-5000 Euro, abhängig von den bisherigen Aufträgen des Anbieters. Individuelle Entwicklungen setzen immer ein sorgfältig geplantes Pflichtenheft voraus, welches für einen Shop mal eben 3000 Euro einnehmen kann. Dies wird von den meisten Anbietern zu einem entsprechenden Anteil mit der Gesamtproduktion verrechnet. Damit Sie mit so einem Modell nicht auf der Strecke bleiben, sollten Sie sehr genau wissen was Sie benötigen und welche Richtungen offen bleiben müssen.

Allgemeine Kosten

Unabhängig vom gewählten Modell entstehen bei der Shop-Einrichtung folgende Kosten:

  • Anwaltshonorare für Beratung zur Rechtssicherheit, Vertragsgestaltung und anderes
  • Honorare für die Erstellung der Texte, wie Beschreibung des Shops, Kategoriebeschreibungen und andere
  • Eventuelle Entgelte für Nutzungsrechte (Produkttexte und Bilder)
  • Kosten für die Gestaltung von Logos, Briefpapier, Visitenkarten, Rechnungen, Lieferscheine, etc.
  • Kosten für die Ersteinrichtung
  • Kosten für die Domain

Sie sollten sehr genau abwägen, ob Sie das notwendige Know How besitzen, da Fehler sich buchstäblich in barer Münze niederschlagen. Fehler bei der juristischen Gestaltung (z.B. AGBs, Widerrufsrechte) können schnell zu finanziellen Verlusten durch Abmahnungen und Klagen führen. Mangelnde Kenntnisse zu den Themen Design und Benutzerführung bereiten dem Shop ebenso ein schnelles Ende, wie Fehler in der Kundenansprache.

Laufende Kosten

Oft vergessen werden die laufenden Kosten eines Internetshops. Wenn diese nicht bereits im Vorfeld mit einbezogen werden, kommt es zu einem bösen Erwachen und der Rohgewinn verschwindet dann schnell in fremden Taschen.

Aktuelle Rechtsinformationen, Steuerberater, Buchhaltung, Zahlungsabwicklung, Zahlungsausfälle, Controlling Tools, Porto, Warenbestandsabschreibungen, Rücklagen für Abmahnungen, Mitarbeiter, Versandabwicklung und und und… Alles Kosten, die zu Beginn meist übersehen werden. Gerade der Bereich Zahlungsausfälle und Forderungsmanagement wird oft vergessen. Je mehr Zugriffe Ihr Shop hat, um so mehr werden Themen wie Mahnwesen bzw. Inkasso interessant. Ebenso gehören Kosten für Büro- und Lagerräume, Server, Arbeitsstationen, Datensicherungen und diverse Softwarelizenzen zu den laufenden Kosten.

Als laufender Kostenfaktor schlägt auch die Produktdarstellung und regelmäßige Suchmaschinenoptimierung zu Buche. Zwar besitzen Hersteller oft geeignete Bilder, allerdings müssen Sie diese erst einmal bekommen. Professionelle Fotografen rücken Ihre Waren dann für 5 bis 50 Euro/Bild ins rechte Licht.

Neben der ständigen Beobachtung der Preisgestaltung Ihrer Konkurrenz, spielen auch die Optimierung für Suchmaschinen und ein entsprechendes Marketing eine Rolle. Kampagnen mit Sonderangeboten und Rabatten, regelmäßige Mailings und Kundenbetreuung und nicht zuletzt professionelle Produktbeschreibungen entscheiden über die Langlebigkeit Ihres Angebotes. Sollten Sie nicht selbst werbegemäß Texte verfassen können, ist es sinnvoll die Texterstellung außer Haus zu geben.

Fazit?

Einen Online-Shop zum Selbstzweck zu betreiben ist eine Sache, ihn als ein Mittel für die Schaffung von Erträgen zu betreiben, eine andere. Nur wenn die Planung von A-Z kalkuliert und allen Faktoren gerecht wird, verspricht der Shop auch Gewinne.

Kalkulieren Sie Ihren Shop sorgfältig, damit er aus betriebswirtschaflicher Sicht nicht selbst zum Kostenfaktor wird.

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